Vor einigen Jahren hatte Jürgen das Glück eine gute Yamadori Stelle für Pinus sylvestris zu finden. Die Bäume die er dort ausgrub, zeichneten sich besonders durch die schöne Borke und den kleinen Wuchs aus. Meiner Ansicht nach ein Top-Material, an dem ich sehr gerne arbeite. So sagte ich auch gleich zu, als Jürgen fragte ob ich solch eine Kiefer mit Su gestalten könnte.
Bei solchen Workshops steht bei uns das selbstständige Arbeiten der Workshopteilnehmer im Vordergrund. Im Vorfeld hatte Jürgen und ich den Baum besprochen und die Gestaltungsrichtung festgelegt, mit welcher Su auch einverstanden war.
Die Kiefer vor der Gestaltung im Herbst 2003
Zu Beginn wurden die alten Nadeln entfernt, um ein sauberes Weiterarbeiten zu gewährleisten. Die Gestaltung sah vor, dass der Grünbereich das Gegengewicht zur Stammbewegung ergibt. Das heißt, das die Krone auf die andere Seite verlagert werden musste. Obwohl die Kiefer noch sehr biegsam war, entschlossen wir uns dazu den Stamm mit Bast zu umwickeln um diesen beim Biegen zu schützen. Wir wollten hier kein Risiko eingehen.

Danach begann Su mit dem Drahten. Hier zeigte sie die gewisse Geduld, die man hierfür aufbringen muss, um die Arbeit sauber durchzuführen. Ich nutzte die Zeit um den Jin zu gestalten.

Beim Basten
Als Su mit dem Drahten fertig war, begann ich mit dem Positionieren. Hier war das wichtigste die neue Stammbiegung natürlich aussehen zu lassen. Ich führte den Stamm mit weicher Bewegung in seine neue Position.

Als problematisch zeigte sich der erste Ast. Er war der schwächste am ganzen Baum. Hier liegt es nun an Su diesen gut zu pflegen, damit er dieselbe Stärke, wie der Rest des Baumes bekommt. Die Erstgestaltung war hiermit abgeschlossen. In Zukunft müssen die anderen unteren Etagen noch etwas besser herausgearbeitet werden, da dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich war.
Beim Drahten
Der vorerst fertige Baum
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