Pinus parviflora
Herkunft:
Kauf:
Schale:
Import
1999
Basalt-Platte
Herbst 1999 nach dem ersten Austrieb
Lange war ich auf der Suche nach einer Mehrfachstamm – Kiefer. 1999 bot sich mir dann die Möglichkeit einen Pinus Parviflora 5-Fachstamm günstig zu erwerben. Obwohl der Baum nur an den äußeren Spitzen belaubt war, sah ich das Potenzial in ihm und griff zu. Bei dieser Mädchenkiefer handelt es sich um einen Sämling. Die übliche Vermehrungsmethode bei Pinus Parviflora ist das Veredeln mit Schwarzkiefern. Hierbei werden als Grundlage die Wurzeln und der untere Teil einer Schwarzkiefer mit dem Laubteil der Mädchenkiefer veredelt. Durch diese Methode bekommt der Baum ein älteren Aussehen, da die Schwarzkiefer, im Gegensatz zur Mädchenkiefer, schon in jungen Jahren eine schöne rissige Borke bildet. Ein weiterer Vorteil soll in der Vitalität des Baumes liegen.
Bei einem Mehrfachstamm ist diese Veredlungsmethode nicht anzuwenden. Deshalb war ich von der rauhen Rinde positiv überrascht, was auf ein hohes Alter schließen lässt.
Dem spärlichen Wuchs trat ich mit ausgiebigen Düngen entgegen. Die Kiefer explodierte regelrecht, selbst am älteren Holz entwickelten sich neue Knospen. So war ich schon schnell in der Lage meine Erstgestaltung vorzunehmen. Obwohl alle 4 Nebenstämme schön angeordnet waren, wirke der Baum irgendwie langweilig. Dies lag an der Tatsache das diese Stämme die selbe Endhöhe hatten und sie im selben Abstand und Neigungswinkel vom Hauptstamm wegführten Man mußte also versuchen dies zu korrigieren, damit die Gestaltung an Spannung gewinnen kann. Die beiden rechten Stämme konnte ich durch Spanndrähte in unterschiedlicher Entfernung zum Hauptstamm bringen und gleichzeitig standen diese auch höher als die Linken. Den linken Stamm konnte ich ein wenig nach außen ziehen, wodurch der Hauptstamm nicht mehr genau in der Mitte stand. Der letzte hintere Stamm positionierte ich links hinter den Hauptstamm. Als ich ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den Stämmen hergestellt hatte, konnte ich mit deren Gestaltung anfangen.
Obwohl jeder Stamm auch einzeln stehen sollte, kann man die Gestaltung im Ganzen bei Mehrfachstämmen nicht außer acht lassen. Hier wirkt in erster Linie der Gesamteindruck, welcher durch den Hauptstamm fixiert werden sollte. Der Schwerpunkt dieser Kiefer wird später einmal auf der rechten Seite liegen, deshalb mußte ich die ganze Gestaltung daraufhin aufbauen. Ich mußte feststellen, das jeweils die ersten Äste fast auf einer Höhe entsprangen. Da ich auf keinen dieser Äste verzichten wollte, mußten diese auf unterschiedliche Höhe gebracht werden. Doch dies war nicht bei der ersten Gestaltung zu verwirklichen, da die optimalen Astlängen noch nicht erreicht waren. Da der Baum aber einen regen Zuwachs macht, komme ich meinem Ziel jedes Jahr etwas näher.
ODas Drahten wurde in 5 Tage aufgeteilt, um nicht schon am Anfang die Lust auf den Baum zu verlieren. Auch mußte dies sehr vorsichtig erfolgen, um nicht die vielen neuen Knospen zu beschädigen. Das Positionieren der Äste erwies sich als Problemlos, da diese sehr biegsam waren. Nur an einem Stamm mußte Raffia angelegt werden, da ich einen Seitenast mit in der Krone einbauen mußte. Als die Erstgestaltung beendet war, konnte ich mir in Ruhe Gedanken über das Pflanzgefäß machen. Waldschale oder Steinplatte stand zur Debatte. Am einfachsten wäre sicherlich die Schale gewesen, doch so richtig gut würde der Baum erst auf einer Steinplatte aussehen, dachte ich. Hier gibt es sehr gut aussehende Kunststoffplatten, welche auch noch sehr leicht wären. Da ich in der Eifel lebe, sollte es aber ein heimisches Gestein sein , also quasi eine multikulturelle Gestaltung; japanischer Baum auf kalter Eifler Platte :-). Zuerst war ich auf der Suche nach einer Schieferplatte. Also verbrachte ich mehrere Wochenenden auf den alten Halden unserer Schieferbergwerke. Doch leider habe ich nichts in passender Form und Größe gefunden, da die Platte einen Durchmesser von ca. 70 cm haben sollte.
Ein anderes Gestein welches bei uns vorkommt ist Basalt, die Überbleibsel vulkanischer Aktivitäten. Basalt gibt es in großen Blöcken, welche in unterschiedliche Stärken geschnitten werden können. Schon beim ersten Steinmetz wurde schon fündig. Obwohl die meisten Platten für Waldpflanzungen in der Mitte breit sind und links und rechts zum Rand immer schmäler werden, suchte ich mir eine fast Nierenförmige aus. Das Problem einer geschnittenen Basaltplatte liegt an den geraden, scharfen Kanten. Mit viel Gefühl und Geduld bearbeitete ich die Platte bis die obere Kante flach abgerundet war. Jetzt konnte ich mit Keto, einer speziell für Waldpflanzungen zusammengestellte japanische Erdmischung, die Rand modellieren. Den Innenraum füllte ich mit einem Gemisch aus Akadama und Bims auf. Nun endlich konnte ich die Kiefer plazieren. Zu guter Letzt wurde noch Moos , welches ich schon seit Wochen in 3 unterschiedlichen Sorten herangezogen hatte, aufgelegt. Durch die unterschiedlichen Sorten und Farben des Mooses konnte ein schöner Kontrast zum Laub hergestellt werden. Hier arbeitete ich mit größeren Moosstücken, da bei Kleineren der Boden einem Flickenteppich ähneln würde.
2003
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