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| Endlich noch einmal Zeit um im Bonsai-Studio zu arbeiten. Da in diesem Jahr noch einige Auftragsarbeiten für Kunden zu erledigen waren, konnte ich mir einen Job aussuchen. Im Hinblick auf meinen bevorstehenden New Talent Wettbewerb entschied ich mich für diesen Wacholder.
Diese Pflanzen wurden vor einigen Jahren aus Japan importiert und stehen heute noch zu Hauf bei den Händlern rum. Trotz dem „stolzen“ Preis eines solchen Baumes, handelt es sich nur um einen Pre-Bonsai. Diese Wacholder wurden zu tausenden nach einem bestimmten Schema „gezüchtet“. Jetzt ist die Aufgabe daraus einen individuellen Bonsai zu gestalten. Nach Absprache mit dem Besitzer stand für mich die Gestaltungsrichtung fest. Oft haben wir zwar absolute freie Hand was die Gestaltung von Kundenbäumen angeht, aber in diesem Fall hatte der Besitzer genaue Vorstellungen vom Endresultat. Er wollte einen „braven“ , klassischen Baum. Durch die Jin und Shari-Partien gehört eine Wacholdergestaltung nicht unbedingt zu den „braven“ Gestaltung,. Ich konnte ihn also davon überzeugen das Totholz-Arbeiten karakteristisch für Wacholder sind. Hierdurch war ich auch in der Lage die schon vorbereiteten Sharis mit in die Gestaltung einzubinden. Diese wurden leider sehr schlecht und ohne große Überlegung in der japanischen Gärtnerei gemacht. Hier und bei der Astauswahl zeigte sich nochmals das dieses Material in Massenproduktion hergestellt wurde. Die Shari-Partie auf der Vorderseite wurde durch einfaches Abschälen eines parallelen Rindestreifen von den Wurzeln bis in den Kronenbereich erzeugt. Einen Hauptteil der Äste wuchs gerade nach oben und waren von einer solchen Dicke, daß ein herunterziehen unmöglich gewesen wäre. |
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| Der Baum vor der Gestaltung | |||||||||||||
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Trotz all diesen Fehlern macht solch eine Gestaltung sehr viel Spass. Das Bestreben hieraus einen individuellen Bonsai zu gestalten macht dies für mich interessant. Durch kippen des Baumes konnte ich den optischen Schwerpunkt über die Wurzel verlagern, so wurde ich dem Wunsch des Besitzers nach einem klassischen Bonsai gerecht. Es folgte das selektieren der einzelnen Äste. Nach dem herausschneiden der dicken Äste zeigte sich, das immer noch genügend Grün für eine kompakte Gestaltung vorhanden war. Durch geschicktes drehen und zum Teil verdecken des Stammes konnte ich den Sharibereich wieder natürlicher wirken lassen. Nach 2 stündiger Drahtarbeit konnten die letzten Polster gestellt werden und die „Erstgestaltung“ abgeschlossen werden. Obwohl ich keine dramatischen Aktionen an dem Baum durchgeführt hatte, verzichtete ich auf ein sofortiges Umtopfen, mit Rücksicht auf die Gesundheit des Baumes. Gerade bei einer solchen Gestaltung zeigt sich erst 1-2 Monaten später, wie korrekt oder schlampig man gearbeitet hat. Kein einziger Ast oder Zweig ist in dieser Zeit abgestorben, was das jahrelange Drahtraining schon rechtfertigt. |
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| Der Baum nach dem Ausputzen | |||||||||||||
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| Die vorerst fertige Gestaltung | |||||||||||||