Pinus Cembra
Herkunft:
Ausgegraben:
Höhe:
Yamadori Italien
2000
ca. 35 cm
Auf meiner ersten Yamadori-Tour fand ich diese Pinus cembra. Die Kiefer wuchs liegend auf einem ausgestorbenen Baum und war problemlos mit ALLEN Wurzeln zu bergen. Die Cembra zeigte sich die ganzen Jahre als sehr vitaler Baum, so entschloss ich im Herbst 2003 mit der Erstgestaltung zu beginnen. Da in meiner Sammlung noch eine Kaskade fehlte und sich die Kiefer hierfür bestens eignete, wollte ich auch in diese Richtung arbeiten.
Pinus cembra vor der Gestaltung Der Shari-Bereich

Zuerst bearbeitete ich den abgestorbenen Ast am Ansatz. Dieser wurde komplett entfernt und mit in den Shari-Bereich eingearbeitet. Ich versuchte dies zuerst in reiner Handarbeit durch Abschälen zu erreichen. Doch leider war dieser Bereich so spröde, dass ich nur kleine Stücke aus dem Holz herausgebrochen bekam.
Also musste ich doch zu den Powertools greifen. Zuerst wurde der Shari-Bereich grob freigelegt, um dann mit unterschiedlich großen Fräsköpfen eine natürliche Holzstruktur hervorzuheben.
Jetzt folgte der Aufbau des Grüns. Bei einer Kaskade gehe ich meist entgegen der Regel, einen Baum von unten nach oben zu gestalten, vor. Erst wenn ich die Krone aufgebaut habe, kann ich die darunter liegenden Äste richtig positionieren. Dies war in diesem Fall nicht anderes. Der fast senkrecht nach oben wachsende Ast sollte die Krone ergeben. Da ich diesen Ast sehr stark biegen musste, ist es schwierig sich die endgültige Position von vorne herein vorzustellen. Im Vorfeld kann man sich den fertigen Baum sehr schön vorstellen, doch bei vielen Yamadoris kommt es oft anders als man denk.
In meinem Fall hätte ich den Ast am liebsten ganz anders gebogen, um besser mit dem Grünbereich arbeiten zu können. Doch leider kann man einem Yamadori nicht das gleiche zumuten, wie einer Jungpflanze.
Also musste ich umdenken und nach einer anderen Lösung suchen, um den Baum nicht unnötig zu gefährden. Hier zeigte es sich als sehr hilfreich, dass ich von oben gearbeitet habe. Hätte ich jetzt den unteren Teil nach meiner ursprünglichen Idee fertig, müsste ich wegen dem Problem im Kronenbereich wieder alles neu platzieren. Im schlimmsten Fall hätte ich Äste entfernt, die für die folgende Umgestaltung wichtig gewesen wären.

Um den Kronenast zu schützen, wurde er komplett eingebastet
Als die Krone fertig positioniert war, konnte ich den Rest aufbauen. Um den Baum kompakt zu halten, entschloss ich mich den unteren Teil drastisch einzukürzen. Ich arbeitete nur noch mit den folgenden drei Ästen. Mit zwei baute ich im vorderen Bereich zwei Etagen auf. Den restlichen Ast benötigte ich für den hinteren Bereich.
Soweit ist ist die Erstgestaltung nun abgeschlossen. Der Baum wird nun frostfrei überwintert und mindestens noch ein weiteres Jahr in den Container belassen. Ich bin mir im Moment auch noch nicht sicher, ob der Baum in eine Mond- oder klassische Kaskadenschale kommen soll. Für diese Entscheidung haben ich jetzt auch noch 1 - 2 Jahre Zeit.
Der vorerst fertige Baum
Zurück zu Gestaltungen
Bonsai - Trekking - Kontakt - Gästebuch