Photos: Bonsai-Park Remscheid, Johannes Klinskien

Am 09. und 10. September folgte ich einer Einladung zum Tag der offenen Tür des Bonsai-Park Remscheid. Zur Zeit zählt  der Bonsai-Park wohl zu den größten deutschen Importeuren japanischer Bonsai und Gartenbäume. Jährlich suchen Monika und Frank Busch ihre Ware persönlich in  Japan aus, was sich an der erstklassigen Qualität ihrer Pflanzen wiederspiegelt. Gefragt sind sie auch aufgrund ihres großen Wissens im Bezug auf den Pflanzenschutz.

Für ihren diesjährigen Tag der offenen Tür hatten sie sich einmal etwas anderes einfallen lassen. Anstatt ein Wochenende voller Demos, fragten sie wegen einer Baumbesprechung bei mir an. Gerne sagte ich zu, da meiner Ansicht nach ein großer Lerneffekt für die Bonsai-Besitzer erzielt werden kann. Um die Qualität der Baumbesprechung zu erhöhen war auch Martin Sturm mit von der Partie. Obwohl wir beide meist einer Meinung waren, konnten wir doch mehrere Wege zur Verbesserung der einzelnen Bonsai aufzeigen. Anregend wurden viele Gestaltungsvarianten durchdiskutiert und oft blieben am Ende zwei verschiedene Meinungen stehen. Ganz besonders ein Ahorn aus der Sammlung von Monika und Frank sorgte für viel Zündstoff auf der Bühne. Was bei Martin Begeisterungsstürme für diesen Baum auslöste, sorgte bei mir nur für Unverständnis um die Qualität des Ahorns. Gemeinsam mit dem Publikum wurde lange über das Für und Wider des Baumes diskutiert. Ich finde, dass man gerade aus solchen Diskussionen viel Potential mit nach Hause nehmen kann. Ein Baum, viele Meinungen.

Am Ende unseres ersten Tages bekamen wir durchweg positives Feedback von den Gästen. Gerade weil Martin und ich nicht immer einer Meinung waren, gingen die meisten Besucher mit ganz neuen Sichtweisen ihrer mitgebrachten Bonsai nach Hause.

Am zweiten Tag konnten Martin und ich doch noch unser praktisches Können bei einer Demo unter Beweis stellen. Diese Demo sollte ebenfalls etwas besonders sein, da wir beide einen Baum gemeinsam gestalten wollten. Unsere Wahl viel auf eine Pinus mugo, die über die Schweiz den Weg nach Remscheid gefunden hatte. Vor Jahren wurde diese Kiefer von Pius Notter gestaltet und hatte nun eine konsequente Überarbeitung nötig. Wenn zwei Gestalter unterschiedlicher Schulen einen Baum gemeinsam gestalten möchten, bedarf es eines gewissen gegenseitigen Vertrauens. Dieses haben wir und so stand unserer Premiere nichts mehr im Wege. Wir ließen uns hierbei den ganzen Tag Zeit und standen dem Publikum stets Rede und Antwort.

Nachfolgend noch einige Fotos von diesem, wie ich meine, hervorragendem Wochenende.

1. Tag Baumbesprechung. Hier mit dem oben beschriebenen Ahorn.
2. Tag Premiere unser gemeinsamen Demo.
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